Archiv für den Monat Dezember 2013

Pralinen selbstgemacht

Merkt man, dass ich Urlaub habe? ^^

Jedenfalls habe ich gerade mehr Zeit als sonst – Zeit, die ich gerne in der Küche verbringe. Und nachdem ich an Weihnachten mal wieder die himmlischen Pralinenkreationen meines Bruders probieren durfte, musste ich das jetzt un-be-dingt auch einmal selbst ausprobieren. Damit das Ganze interessanter wird, soll das Ergebnis auch gleich als Mitbringsel für die Silvesterparty dienen.

Also kaufte ich mir gestern eine Pralinenform und fing lustig an, Schokolade zu schmelzen. Das Einfüllen in die Förmchen klappte ganz gut, allerdings wollte die geschmolzene Schokolade nicht so recht am Rand hängen bleiben, sondern lief immer nur nach unten. Ich vermute, dass sie einfach zu flüssig war. (Ja, ich gehöre auch zu den Leuten, die erst drauflos basteln und dann erst die Anleitung suchen ^^)

Dann also Schichtpralinen. Einmal aus weißer Schokolade, dunkler Schokolade und Mandelnougat, einmal mit Aprikosenmarzipan. Vorsichtshalber machte ich parallel noch Orangen-Amaretto-Trüffel, falls dieser erste Versuch tatsächlich komplett in die Hose gehen sollte.

Aber: Es hat funktioniert. Sie sind nicht alle perfekt geworden, aber ein Teil davon ist durchaus verschenktauglich. Den Rest müssen wir (zu weiteren Test – und Entwicklungszwecken) selbst essen 🙂

Bei den Mengen handelt es sich um Circa-Angaben. Hier kommt es einerseits auf die Größe eurer Förmchen, andererseits auch sehr auf euren persönlichen Geschmack an.

Viel Spaß beim Ausprobieren!

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oben: Aprikosenmarzipan-Pralinen; Mitte: Nougat-Schichtpralinen; unten: Amaretto-Orangen-Trüffel

Nougat-Schichtpralinen (6 Stück)

30 g weiße Reismilchschokolade
30 g Zartbitter-Kuvertüre
50 g veganes Nougat (z. B. von Ruf)
2 Esslöffel gehackte Mandeln

Weiße Schokolade im Wasserbad schmelzen und in die Förmchen füllen. In einem kühlen Raum fest werden lassen. Danach das Gleiche mit der dunklen Kuvertüre wiederholen.

Gehackte Mandeln ohne Fett in einer Pfanne rösten. Nougat schmelzen, die Mandeln hinzufügen und vermischen. Die Nougatmasse ebenfalls in die Förmchen füllen.

Aushärten lassen und aus der Form nehmen.

Aprikosenmarzipan-Pralinen (6 Stück)

70 g weiße Reismilchschokolade oder Zartbitter-Kuvertüre
50 g Marzipan
etwas Marillenlikör
1 getrocknete Aprikose

Schokolade bzw. Kuvertüre schmelzen und etwas davon auf den Boden der Förmchen füllen. (Wer es kann, kann natürlich auch gleich Boden und Wände der Förmchen mit Schokolade beschichten – hat nur leider bei mir nicht geklappt.) Aushärten lassen.

Aprikosen sehr klein hacken, mit Marzipan und Likör zu einer geschmeidigen Masse vermischen (geht am besten mit einer Gabel). Die Masse zu kleinen Kugeln formen und etwas platt drücken. Die plattgedrückten Kugeln sollten etwas weniger Durchmesser haben als die Pralinenförmchen. Auf die ausgehärtete Schokolade legen und etwas festdrücken. Dann die restliche geschmolzene Schokolade in die Förmchen gießen und aushärten lassen.

Amaretto-Orangen-Trüffel (ca. 30 kleine Würfel)

100 g Zartbitter-Kuvertüre
2 Esslöffel Kokosfett
1 Teelöffel Orangenschale
Amaretto nach Geschmack
evtl. etwas weiße Reismilchschokolade

Die Kuvertüre im Wasserbad schmelzen. Kokosfett unterrühren, Orangenschale und Amaretto hinzufügen. Die Masse in eine mit Alufolie ausgelegte Form füllen (ca. 12 x 10 cm). Über Nacht im Kühlschrank fest werden lassen. Aus der Form nehmen, die Alufolie entfernen und in kleine Würfel schneiden. Nach Belieben mit weißer Reismilchschokolade verzieren.

Eine (ehemals) überzeugte Nichtläuferin unterwegs zu ihrem ersten Halbmarathon – Teil 1

Ich kann mich noch gut an die Zeit erinnern, als ich jeden Gedanken ans Laufen weit von mir wies. Zu anstrengend, zu langweilig, und überhaupt – das kann doch niemandem Spaß machen. Schau dir doch nur die gequälten Gesichter der Läufer an, die dir beim Spaziergang oder bei der Radtour entgegenkommen! Nein, ich war mir sicher: Laufen ist nicht mein Sport und wird es auch niemals sein.

Ich erinnere mich aber auch noch genau an den Tag, an dem sich das änderte. Und zwar schlagartig. Es war der 24. Juli 2010 – Jakobuslauf bei uns in der Stadt, zehn Kilometer ohne offizielle Zeitmessung, sondern unter dem Motto „Gemeinsam unterwegs sein“. Ein guter Bekannter von mir lief mit, ich war zum Sanitätsdienst dort. Und ich weiß noch gut, wie ich vor dem Start zu ihm sagte: „Du könntest mir jetzt sonstwas versprechen, aber ich würde hier nie mitlaufen.“ Der Lauf startete, ich schaute mir die Läufer an – und auf einmal dämmerte mir, wie viel Spaß das machen kann, mit vielen Gleichgesinnten zusammen diese Strecke zu laufen. Und während ein Läufer nach dem anderen wieder ins Ziel kam, versprach ich mir selbst: Ich möchte das auch erleben! Nächstes Jahr laufe ich hier mit!

Gleich am nächsten Tag – es war ein Sonntag – kramte ich meine uralten Laufschuhe heraus. Die stammten noch aus Studentenzeiten, als ich ab und zu mal eine kurze Strecke laufen war. Für den ersten Versuch taten die es allemal. Im benachbarten Park wollte ich nur mal ausprobieren, ob ich überhaupt eine Runde schaffe. Ich lief los – und es funktionierte! Nein, es funktionierte nicht nur, es machte Spaß! Die eine Runde hatte ich schnell geschafft, eine zweite sollte noch drin sein. Und dann wurde es noch eine dritte. Im Nachhinein kann ich nur noch schätzen, aber ich bin bei meinem ersten Versuch wohl so zwischen 30 und 40 Minuten gelaufen. Über den Muskelkater am nächsten Tag sage ich jetzt mal nichts…

Das war mein Einstieg. Ich glaube, am meisten faszinierte mich damals, dass ich es einfach so geschafft hatte. Ich war eigentlich als Kind schon die absolute Sportniete, die im Sportunterricht nicht einmal die paar Runden Warmlaufen durchhielt. Zu meinen schlimmsten Erinnerungen gehört noch heute eine Laufrunde über zwei oder drei Kilometer, die wir ebenfalls im Sportunterricht absolvieren mussten. Für mich damals eine einzige Quälerei, die mir die Lust aufs Laufen auch erstmal für lange Zeit verdorben hat.

Aber nun war es auf einmal anders. Ich konnte laufen. In den nächsten Tagen las ich mich quer durch Internet, fand dort Pläne für Einsteiger und fand heraus, dass es für den Anfang besser ist, zwischen Gehen und Laufen zu wechseln. Die nächsten Laufrunden absolvierte ich also mit Küchenwecker in der Tasche – zwei Minuten laufen, eine Minute gehen. Fühlte sich gut an. Die Laufphasen wurden länger, die Geheinheiten kürzer und weniger. Und das Wichtigste: Es machte immer noch Spaß. Ich freute mich auf jede Laufrunde. Schon bald lief ich (nach Plan) 30 Minuten am Stück und war stolz wie sonstwas.

Kurz darauf fand bei mir um die Ecke ein Wohltätigkeitslauf statt. Es gab zwei Streckenlängen: fünf Kilometer und acht Kilometer. Da meine normale Laufrunde zu der Zeit schon etwa fünf Kilometer betrug, meldete ich mich gleich mal für die acht Kilometer an. Am Lauftag selbst war tolles Laufwetter – sonnig, aber nicht zu heiß, und die Atmosphäre schon vor dem Start packte mich sofort. Ich lief einfach im Rudel mit – natürlich viel zu schnell vom Start weg. Für die ersten drei Kilometer brauchte ich gerade mal eine Viertelstunde. Das machte sich dann auch auf den nächsten Kilometern bemerkbar – vor allem auf dem letzten. Aber ich hatte mein Mantra: Ich werde über die Ziellinie laufen! Laufen, nicht gehen. Und schon gar nicht kriechen. Ich schaffte es – in etwas mehr als 48 Minuten. So hatte ich nun schon meinen ersten Lauf absolviert – nicht ganz zwei Monate, nachdem ich mit dem Laufen angefangen hatte.

Die schnelle Steigerung rächte sich. Ich hatte Schmerzen in den Knöcheln, vor allem morgens waren meine Knöchel regelrecht steif. Andererseits ging es mir in dieser Zeit psychisch sehr schlecht, und das Laufen war das einzige, was mir half, was wenigstens für eine halbe Stunde am Tag meine Mundwinkel nach oben ziehen konnte. Ich machte eine oder zwei Wochen Pause, lief dann aber weiter, weil es nicht anders ging. Ich brauchte das Laufen. Bei meinen nächsten Läufen achtete ich darauf, bewusst langsam zu laufen. Mit der Zeit wurden die Schmerzen weniger – ich weiß bis heute nicht, was es war.

Auch im Winter lief ich weiter. Ja, ich entdeckte meine Begeisterung für das Laufen im Winter, die bis heute ungebrochen ist. Gerade, wenn es draußen kalt ist, gibt es nichts Schöneres, als seine Runde zu drehen und zu spüren, wie der ganze Körper langsam von innen heraus warm wird. Man kann aber auch nie überhitzen wie im Sommer, denn die Kühlung bekommt man ja von außen gratis dazu. So sehr ich also sonst Sommerkind bin – für das Laufen bevorzuge ich die winterlichen Temperaturen!

Leider kam dann Anfang 2011 das Verletzungspech. Zuerst blieb ich mit meinem kleinen Zeh am Türrahmen hängen, was mir eine äußerst schmerzhafte Prellung und eine Laufpause von fast zwei Monaten bescherte. Danach tat ich mich schwer damit, wieder ins Lauftraining einzusteigen, und Ende Juni trat ich dann beim Baden im Meer so unglücklich auf einen Stein, dass ich mir eine Mittelfußprellung zuzog, mit der ich ebenfalls wieder über sechs Wochen meinen Spaß hatte. Der Jakobuslauf im Juli war damit gestorben – ich radelte mal wieder als Sanitäterin mit.

Zimtsterne

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Mein Bruder liebt Zimtsterne. Er selbst backt zwar geniales Brot, aber keine Plätzchen. Meine Mutter mag keine Zimtsterne backen, weil der Teig so klebrig ist. Was also macht die große Schwester? Genau – sie stellt sich in die Küche und macht Zimtsterne, um Bruderherz zu Weihnachten damit zu überraschen.

Für mich war es das erste Mal, dass ich Zimtsterne gebacken habe. Und ja, der Teig ist klebrig. Wobei ich jetzt keinen Vergleich zum Originalrezept mit Ei habe – vielleicht ist der ja noch schlimmer? Gebacken hab ich nach einem Rezept, das auf einigen Internetseiten zu finden ist (z. B. hier bei chefkoch.de oder hier bei Peta).

Beim ersten Mal habe ich den Teig wie empfohlen auf Alufolie ausgerollt. Das Nudelholz blieb sofort daran kleben, darum habe ich von oben noch ein Blatt Backpapier draufgelegt. Das Ergebnis war so mittelmäßig, weil der Teig sehr an der Alufolie klebt und die dann teilweise auch gerissen ist.

Ich erinnerte mich an die Croissants, die ich letztens gebacken habe, und an den Tipp, die Alsan zwischen zwei Blättern Backpapier auszurollen. Genau so habe ich es auch beim zweiten Durchgang mit dem Zimtsternteig gemacht – und siehe da: Es klappte wunderbar.

Anders als im Originalrezept werden die veganen Zimtsterne erst bei Zimmertemperatur getrocknet und dann im sehr heißen Ofen nur kurz gebacken. Hier bleibt man am besten dabei und beobachtet die Plätzchen, denn sie werden von einem Moment auf den anderen dunkel.

Getestet habe ich natürlich schon 🙂 und ich finde sie sehr lecker. Jetzt hoffe ich, dass mein Bruder das nächste Woche genauso sieht.

Pastinaken-Kartoffelsuppe

Ich bin keine Nach-Rezept-Köchin. Kochbücher dienen bei mir in erster Linie der Inspiration, und das Interessanteste an einem neuen Rezept ist die Frage, wie ich das Gericht am besten nach meinem persönlichen Geschmack abwandeln kann. Demzufolge fehlen bei meinen Rezepten meistens genaue Angaben zu Menge und Zeit – oder anders gesagt: Sie lassen genügend Raum für deine persönliche Kreativität.

Im Winter liebe ich Suppen in allen Variationen: aus verschiedenem Gemüse, aber fast immer mit Kartoffeln. Gestern abend gab es Pastinaken-Kartoffelsuppe – genau das Richtige nach dem Laufen im kalten Winterwetter.

Pastinakensuppe

(Bitte entschuldigt die schlechte Bildqualität – ich hatte Hunger ^^)

Pastinaken-Kartoffelsuppe (2 – 3 Portionen)

1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
(etwas getrocknete Chilischote)
1 Esslöffel Olivenöl
6 kleine Kartoffeln
1 große Pastinake
Gemüsebrühe
Salz
Pfeffer
Majoran
Muskatnuss
Hefeflocken
Dill (frisch oder tiefgefroren)
(Weißweinessig)
ca. 4 Esslöffel Erbsen (TK)

Zwiebel und Knoblauch fein hacken; in Olivenöl andünsten und nach Geschmack noch feingeschnittene Chilischote hinzufügen.

Kartoffeln und Pastinake schälen und grob raspeln. Mit in den Topf geben und kurz mitbraten, dann mit der Gemüsebrühe aufgießen. Einmal aufkochen, dann im geschlossenen Topf ca. 15 Minuten köcheln lassen, bis das Gemüse weich ist.

Topf vom Herd nehmen und Gemüse pürieren. Mit Salz, Pfeffer, Majoran, Muskatnuss, Hefeflocken, Dill und (wer möchte) etwas Weißweinessig abschmecken. Erbsen hinzufügen und nochmals etwas aufkochen lassen, bis die Erbsen warm sind.

Guten Appetit!
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Braucht die Welt noch einen veganen Blog?

Gibt man „blog vegan“ in die Google-Suche ein, erhält man etwa 72.900.000 Treffer. Fast 73 Millionen veganer Blogseiten sollten doch ausreichen, um jede und alle Interessierten von der Einsteigerin zum alten Hasen ausreichend mit Informationen zum veganen Leben zu versorgen. Und auch, um jedes spezielle Interesse von der veganen Ernährung für Sportler bis zu Fragen der veganen Kindererziehung abzudecken. Warum also noch ein veganer Blog?

Ganz einfach: Weil ich gerne schreibe. Weil ich andere gerne an meinen Erfahrungen teilhaben lasse und mich gerne austausche. Weil mir immer wieder Fragen im Kopf herumgehen. Weil ich immer wieder lustige, schöne und weniger schöne Geschichten erlebe in meinem veganen Alltag. Weil ich einen Raum haben möchte, um über mein ganz alltägliches (meist unspektakuläres) veganes Leben zu schreiben, aber auch, um von Zeit zu Zeit meine Grübeleien über die Welt im Allgemeinen festzuhalten.

Und natürlich möchte ich auf meine Weise dazu beitragen, dass das vegane Leben in unserer Gesellschaft immer normaler wird und auch so wahrgenommen wird. JedeR vegane BloggerIn zählt, denn so zeigen wir, dass wir immer mehr werden und keine Randerscheinung mehr sind.