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Tierschutzlauf Wien 2016

Ende September bis Anfang Oktober war unser Urlaub geplant: zuerst eine Woche Wachau, danach vier Tage Wien. Und zufällig hatte ich festgestellt, dass genau in dieser Zeit der Tierschutzlauf stattfinden würde. Mit fünf Kilometern auch genau die richtige Länge für mich, nachdem ich gerade erst wieder nach über einem Jahr Pause wieder mit dem Laufen angefangen hatte.

Am 2. Oktober 2016 war es dann soweit. Ganz ehrlich: Ich hatte darauf hingefiebert und war auch etwas nervös. Aber vor allem freute ich mich unglaublich darauf, endlich wieder an einem Lauf teilzunehmen.

Trainiert hatte ich in den zwei Wochen vorher nicht wirklich – es sei denn, Mountainbiken und lange Wanderungen zählen als Laufvorbereitung. Nicht wirklich, wenn man sich auf einer Über-20-Kilometer-Wanderung selbst so schrottet, dass man am Abend gar nichts mehr bewegen kann… Lag aber wohl vor allem an meinen uralten Wanderschuhen, denn die nächste Wanderung (in meinen heiligen Laufschuhen!) klappte deutlich besser.

Am Samstag kamen wir also in Wien an. Dass unser Hotel direkt am Prater liegt, wo auch der Lauf stattfand, hatten wir vorher schon festgestellt. Das schöne Wetter nutzten wir auch gleich für einen Spaziergang im Prater. Dabei konnten wir schon mal auskundschaften, wo Start und Ziel das Laufs am nächsten Tag liegen würden.

Am Sonntag bin ich dann schon entsprechend früh wach (hatte ich erwähnt, dass ich nervös war?). Kaffee gibt es im Hotel, danach schicke ich meinen Mann allein zum Frühstück ins Café, während ich zum Prater gehe und meine Startnummer abhole („Ich hol die so früh wie möglich ab, nicht dass da nachher die megalange Schlange ist.“). Tatsächlich ist dort gar keine Schlange, denn die Startnummernausgabe öffnet gerade erst. Dann zurück ins Hotel, eine Banane und einen Müsliriegel frühstücken, auf meinen Mann warten. Startnummer und Zeitnahmechip an mir befestigen, dann spazieren wir irgendwann gegen Mittag los und bekommen gerade so mit, wie die Teilnehmer*innen des Schüler*innenlaufs ins Ziel rennen.

Das Wetter ist ideal zum Laufen: Im Vergleich zum Vortag hat es deutlich abgekühlt, es ist bedeckt, aber nicht wirklich kalt. Ein Wetter also, das man beim Laufen nicht als Wetter wahrnimmt. Das einen einfach in Ruhe lässt. Wunderbar.

Wir bummeln etwas durch die Stände (Infostände von VGÖ und VGT, vegane Essensstände), und bald geht es dann auch schon zum gemeinsamen Warm-Up und danach direkt an die Startlinie. Ich reihe mich eher im hinteren Feld ein, da ich ohne irgendein Zeitziel laufen möchte, einfach nur aus Spaß – und weil ich so ein Event wie einen Tierschutzlauf gerne unterstütze, wenn ich schon vor Ort bin!

Los gehts. Ich habe meine bewährte Laufmusik auf den Ohren und finde so auch ziemlich schnell meinen Rhythmus. Merke, dass es gut läuft. Und genieße es einfach. Ziemlich bald sind wir auch schon am ersten Wendepunkt beim Lusthaus. Auf dem Rückweg noch ein kleiner Schlenker auf die Lusthausstraße, danach geht es relativ bald schon wieder zurück ins Ziel. Denke ich mir so. Der „kleine“ Schlenker entpuppt sich dann aber doch als länger als gedacht, und wieder zurück auf der Hauptallee ist das Ziel zwar in Sicht, aber noch nicht so wirklich nah. Es folgt der zähste Teil des Rennens: Gefühlt kommt das Ziel keinen Meter näher, dafür strengt es mich immer mehr an. Also: Laufen. Nicht aufs Ziel schauen. Immer nur die nächsten Schritte. Mist. Immer noch so weit. Du sollst nicht aufs Ziel schauen! Und so weiter…

Irgendwann kann ich dann doch sogar schon die große Uhr am Ziel sehen, und ich merke, dass ich es unter 30 Minuten schaffen kann (dass wir zwei Minuten später als angekündigt gestartet sind, weiß ich da noch nicht). Lege noch einen Zahn zu (keine Ahnung, woher diese Reserven immer kommen). Verliere einen Ohrstöpsel, aber „Egal, jetzt nichts wie ins Ziel!“ Höre den Moderator: „Gut eingeteilt!“ und renne über die Ziellinie. 00:27:31,8 und damit 7. von 31 in meiner Altersklasse – gar nicht mal so übel.

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Mein Mann wartet im Ziel, packt mich in die Jacke. Ich brauche erstmal was zu trinken. Und danach was zu essen. Wo gibt es schon sonst komplett vegane Zielverpflegung? Ich hol mir einen Apfel und ein paar Brote mit Wilmersburger. Damit reihe ich mich in die Schlange ein, um meinen Zeitnahmechip zurückzugeben und meine Medaille und mein „Finisher-Sackerl“ in Empfang zu nehmen. Zwischenzeitlich kommt vom Moderator die Ansage, das vegane Chili am Stand sei echt lecker, aber leider ausverkauft. Toll. Wir beschließen, erst aufs Zimmer zu gehen, damit ich duschen kann, und uns danach ein schönes veganes Plätzchen zu suchen.

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Das „Finisher-Sackerl“ mit Inhalt – eine wirklich tolle Mischung!

Das finden wir dann auch im I Love Veggie Burger (leider funktioniert der Link zum Restaurant aus irgendeinem Grund gerade nicht), wo es nicht nur wahnsinnig leckere vegane Burger gibt, sondern auch sensationelle Home Fries dazu. So gestärkt können wir sogar noch eine kleine Zu-Fuß-Sightseeing-Tour zur Hofburg, zur Oper und zum Stephansdom anhängen, bevor wir uns am Donaukanal entlang wieder auf den Heimweg ins Hotel machen.

Ein rundum toller Tag und vor allem eine super organisierte Laufveranstaltung! Es macht unheimlichen Spaß, zusammen mit Gleichgesinnten für eine gute Sache an den Start zu gehen. Wenn ich mal wieder zu der Zeit in Wien sein sollte, bin ich gerne wieder mit dabei!