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Ich bin keine Hausfrau!

Der Text ist etwas offtopic. Da er dann aber doch wieder mit meiner Koch- und Backleidenschaft zu tun hat, passt er irgendwie auch hier her…

Heute ist Weltfrauentag. Passend dazu haben wir gerade eine private Diskussion am Laufen, deren Kernproblem die Verwendung des Wortes Hausfrau ist. Um diese Meinungsverschiedenheit zu klären, habe ich versucht, das Ganze auf sachlicher Ebene darzustellen.

An der „Hausfrau“ entzündet sich immer mal wieder eine gesellschaftliche Diskussion. „Nur-Hausfrauen“ fühlen sich nicht geschätzt, während berufstätige Frauen sich dagegen wehren, auf die Hausfrauenrolle festgelegt zu werden. Recht haben beide. Kern des Problems ist nämlich nicht die Tätigkeit der Hausfrau bzw. des Hausmanns an sich, sondern die verallgemeinernde Verwendung des Begriffs.

Hausfrau bzw. Hausmann ist eine Berufsbezeichnung – eine Person, die sich hauptberuflich um einen Haushalt kümmert. Ein Beruf, der wie jeder andere Beruf Respekt und Anerkennung verdient. Ein Vollzeitjob oder auch mehr, insbesondere, wenn auch Kinder zu betreuen sind.

„Hausfrau“ als Bezeichnung für jede Frau, die – neben ihrer beruflichen Tätigkeit – auch einen Haushalt hat, ist jedoch tatsächlich diskriminierend. Warum?

Wenn jede Frau eine „Hausfrau“ ist – ist dann auch jeder Mann automatisch ein „Hausmann“, sobald er ein Haus oder eine Wohnung bewohnt? Im täglichen Sprachgebrauch eher nicht. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass auch 50 Stunden und mehr Berufstätigkeit in der Woche nicht verhindern, dass ich als Hausfrau bezeichnet werde. Ein Mann dagegen wird nicht einmal als Hausmann bezeichnet, wenn er Single ist und demzufolge seinen Haushalt allein versorgt.

Ja, ich habe einen Haushalt. Zusammen mit meinem Partner. Das macht mich aber ebenso wenig zu einer Hausfrau, wie es ihn zu einem Hausmann macht.

Dies wiederum soll jetzt nicht den Beruf der Hausfrau bzw. des Hausmannes abwerten. Es soll lediglich eine Anregung sein, die Bezeichnung „Hausfrau“ oder „Hausmann“ als das zu verwenden, was es ist: eine Berufsbezeichnung. Jede Frau als Hausfrau zu bezeichnen, ist diskriminierend, weil es der Frau nur aufgrund ihres Geschlechts die Zuständigkeit für den Haushalt zuspricht. Dagegen wehre ich mich. Nicht, weil ich nicht gerne bestimmte Tätigkeiten (wie zum Beispiel kochen oder backen) im Haushalt ausführe – andere dafür weniger gern (wie zum Beispiel putzen und bügeln). Sondern, weil ich nicht möchte, dass Männer und Frauen nur aufgrund ihres Geschlechts auf bestimmte Rollenbilder festgelegt werden.

Genau deswegen „hilft“ mein Partner mir auch nicht im Haushalt. „Helfen“ impliziert: Ich als „Hausfrau“ führe den Haushalt, er nimmt mir lediglich aus Gefälligkeit manche Tätigkeiten ab. Unser Haushalt aber liegt in unserer beider Verantwortung. Wir arbeiten beide in etwa gleich viel, und genauso sind wir gemeinsam für unseren Haushalt verantwortlich. Das ist uns wichtig, und wir sind stolz darauf, dass wir beide diese gemeinsame Verantwortung so leben (und ganz nebenbei auch darauf, dass das so gut klappt!).

Eine überlegtere Verwendung des Begriffs „Hausfrau“ und „Hausmann“ hilft letztendlich allen: den tatsächlichen Hausfrauen und Hausmännern, deren Tätigkeit tatsächlich als Beruf geschätzt wird und nicht als etwas, was andere ja auch so nebenher schaffen; und den Berufstätigen, die nicht länger auf Rollenbilder festgelegt werden – und zwar egal ob Frau oder Mann. Das wäre ein Schritt hin zu gelebter Geschlechtergerechtigkeit.

Wenn ich mir etwas zum Weltfrauentag wünschen darf, dann genau das: Dass jede und jeder – egal ob Frau, Mann oder sonstiges – entscheiden darf, was ihm und ihr Freude macht und wie er oder sie sein Leben verbringen möchte. Ohne in irgendwelche Rollenbilder gedrängt zu werden. Ohne sich vor der Gesellschaft wieder und wieder erklären zu müssen. Mann – Frau, blau – rosa: Das ist doch langweilig. Es gibt nicht nur zwei Kategorien von Menschen, genauso wenig wie es nur zwei Farben gibt. Wir sind alle verschieden, wir sind bunt. Lasst uns daraus eine bunte Gesellschaft ohne starre Rollen- und Verhaltensvorgaben machen.

Mein Wort zum Weltfrauentag.

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