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Spätzle – eine Liebeserklärung

Spätzle gehen immer. Spätzle passen zu allem. Ob als Krautspätzle oder als Spätzlepfanne mir verschiedenem Gemüse – oder so wie hier ganz klassisch mit Linsen. Wichtig ist nur: Selbstgemacht müssen sie sein.

Merkt man, dass ich Schwabe bin und quasi mit Spätzle großgezogen wurde?

Gelernt habe ich das Spätzlemachen von meiner Mutter. Ohne Rezept – die einzige Vorgabe war: pro Person ein Ei. Dazu kam so viel Mehl, Wasser und etwas Salz, bis sich der Teig „richtig“ anfühlt.

Zum Glück kann man richtig gute Spätzle auch ganz ohne Ei herstellen. Als Bindemittel verwende ich entweder Kürbispüree oder Lupinenmehl. Beides hat noch den angenehmen Nebeneffekt, dass die Spätzle schön gelb werden.

Mittlerweile wiege ich immerhin das Mehl ab. Bei der Konsistenz des Teiges verlasse ich mich nach wie vor auf mein Gefühl. Ich habe aber versucht, die Mengen im Rezept doch einigermaßen anzugeben.

Die Linsen mache ich – anders als im traditionellen Rezept – ohne Mehlschwitze, sondern nur mit etwas Karotte und Sellerie. So kommen der Geschmack der Linsen und der Essig (ja, ich mag die Linsen gerne gut sauer) besser zur Geltung.

Und natürlich gehören normalerweise noch Saitenwürste (auch Wiener Würstchen bzw. Wienerle genannt) dazu. Wer möchte, kann also gern entsprechende vegane Würstchen dazu essen. Bei uns gibts es die meistens nicht – so bleibt mehr Platz für Linsen und Spätzle 🙂

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Spätzle mit Linsen (2 Portionen)

Für die Linsen:
150 g braune Linsen
1 Zwiebel
1 Karotte
1 Stück Sellerie (ca. 100 g)
1 Esslöffel Rapsöl
Gemüsebrühe
Weißweinessig
Salz

Für die Spätzle:
200 g Mehl (wenn möglich Spätzlemehl, aber normales Mehl geht natürlich auch)
2 Esslöffel Lupinenmehl
4 Esslöffel Wasser
1 knapper Teelöffel Salz
160 bis 200 ml Wasser (lieber etwas weniger als zu viel)

Die Linsen gut abspülen, mit 450 ml kaltem Wasser im Topf aufsetzen und 30 bis 45 Minuten kochen, bis sie weich sind. Alternativ im Schnellkochtopf in 11 Minuten weichkochen.

Währenddessen den Teig für die Spätzle herstellen: Lupinenmehl mit den 4 Esslöffeln Wasser verrühren. Die Mischung mit Mehl, Salz und Wasser zu einem zähen Teig vermischen (geht am besten in der Küchenmaschine mit Knethaken). Der Teig ist dann richtig, wenn er sich mit einem Löffel wie Kaugummi nach oben ziehen lässt. Wenn der Teig zu weich ist, werden die Spätzle zu groß und zu wenig bissfest! Den Teig etwa 10 Minuten quellen lassen.

Spätzleteig

So ist der Spätzleteig richtig: schön zäh und nicht zu weich.

Zwiebeln, Karotte und Sellerie klein würfeln. Öl in einer Pfanne erhitzen, Zwiebeln sowie das Gemüse hinzufügen und dünsten, bis alles weich ist, aber noch Biss hat. Dann die Linsen hinzufügen, mit Gemüsebrühe aufgießen und mit Essig und Salz abschmecken. Bei kleiner Hitze  noch etwas ziehen lassen.

Jetzt in einem großen Topf reichlich Wasser zum Kochen bringen. Wenn das Wasser kocht, Salz zufügen. Dann den Teig ins kochende Wasser hobeln, schaben, pressen – oder was auch immer dein bevorzugtes Werkzeug dafür ist. Ich komme aus dem bayerischen Teil Schwabens – daher ist mein Werkzeug der Wahl der Spätzlehobel.

Spätzlehobel

Mein Spätzlehobel – einer der ersten und wichtigsten Bestandteile meiner „Aussteuer“ ^^

Ja, ich weiß – meine so hergestellten Spätzle würden in Württemberg  bestenfalls als „Knöpfle“ durchgehen ^^ Aber für mich sind es nun mal Spätzle.

Mit dem Spätzlehobel hoble ich den Teig direkt ins kochende Wasser. Zwischendurch umrühren und immer weiterhobeln, bis der Teig verbraucht ist.

Spätzlehobel

Spätzleteig in den Trichter einfüllen…

Spätzle

… und durch Hin- und Herbewegen auf dem Hobel durch die Löcher ins kochende Wasser pressen. Das darf ruhig anstrengend sein – dann ist der Teig richtig und nicht zu weich.

Am Ende das Ganze noch einmal aufkochen und die Spätzle durch ein Sieb abgießen. (Korrekterweise fischt man sie mit dem Schaumlöffel aus dem Wasser. So etwas hatte ich aber noch nie, und es geht auch wunderbar ohne.) Nach Geschmack noch etwas pflanzliche Margarine und Salz zugeben.

Wichtig: Das verwendete Geschirr und Besteck am besten direkt mit kaltem Wasser und einer Spülbürste wieder vom verwendeten Geschirr und Besteck abwaschen oder die Sachen zumindest in kaltem Wasser einweichen. Nicht stehen lassen – dann trocknet der Spätzleteig schnell an – und auch kein heißes Wasser dafür verwenden – dann wird er fest und lässt sich nur noch schwer entfernen.

Spätzle zusammen mit den Linsen im tiefen Teller anrichten und genießen – und sich fühlen wie der Schwabe im Himmel 🙂