Foodsharing

Kein direkt veganes Thema. Aber immerhin geht es auch ums Essen. Und um Ressourcen. Damit also doch ein Thema für diesen Blog.

Vorab ein paar Daten und Fakten.

Weltweit werden pro Jahr etwa 4 Mrd. Tonnen Lebensmittel produziert. 1,3 Mrd. Tonnen davon werden verschwendet. Das ist ziemlich genau ein Drittel. Die Verschwendung passiert an allen Stellen der Wertschöpfungskette. Bei der Produktion und Verarbeitung, in Handel und Gastronomie und schließlich bei den Konsument*innen. Dabei sind in den Industriestaaten etwa 40 Prozent der weggeworfenen Lebensmittel völlig genießbar. Sie landen unter anderem im Müll, weil sie bestimmten Anforderungen (z. B. hinsichtlich Größe oder Aussehen) nicht entsprechen oder schlicht zu viel sind (Quelle).

Die Initiative Foodsharing gründete sich im Jahr 2012 zunächst mit dem Ziel, Privatleuten eine Plattform zur Verfügung zu stellen, auf der sie Lebensmittel, die sie selbst nicht mehr aufbrauchen (können), in Form so genannter „Essenskörbe“ weiterverschenken können. Darüber hinaus gibt es immer mehr öffentliche Kühlschränke („Fair-Teiler“), wo jede*r Lebensmittel abgeben und/oder mitnehmen kann.

Im Jahr 2013 kam die Plattform lebensmittelretten.de hinzu, die mittlerweile mit foodsharing.de vereint wurde. Damit können sich Menschen („Foodsaver“) organisieren, um auch bei Lebensmittelgeschäften übrige Lebensmittel abzuholen und diese privat weiterzuverteilen. Auf diese Weise wurden bis zum heutigen Tag bereits über 6 Mio. Kilogramm an Lebensmitteln vor der Tonne gerettet. Dabei steht Foodsharing nicht in Konkurrenz zu den Tafeln, sondern engagiert sich gemeinsam mit diesen gegen Lebensmittelverschwendung. Große Supermärkte, die an die Tafel spenden, werden von Foodsharing nicht angesprochen. Die Foodsaver gehen häufig zu kleineren Betrieben, bei denen sich für die Tafel die Anfahrt oftmals nicht lohnt, oder holen Lebensmittel ab, die die Tafel aufgrund von Lebensmittelvorschriften nicht mitnehmen darf (z. B. zubereitete Speisen oder Lebensmittel, bei denen das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist).

Warum bin ich bei Foodsharing?

Mir ging es schon immer gegen den Strich, Lebensmittel wegzuwerfen. Ich bin ein Mensch, der nichts losgelöst von dem sehen kann, was dahinter steht. Ich sehe nicht einfach eine Banane. Ich sehe eine Frucht, gewachsen, um gegessen zu werden. Ich sehe Arbeit, die nötig ist zum Pflanzen, zur Pflege, zur Ernte. Ich sehe Wasser, Transportwege, die notwendig sind, bis eben diese Banane hier im Geschäft liegt. So viel Aufwand – um sie dann wegzuwerfen, nur weil sie ein paar braune Stellen hat? Das hat die Frucht nicht verdient.

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Gerettete Lebensmittel im „Fair-Teiler“

Deshalb habe ich schon immer darauf geachtet, nur das einzukaufen, was ich auch wirklich brauche. Wenn dann eben nicht alles mögliche an Vorräten da ist – so what?!

Logisch, dass ich Lebensmittel über foodsharing.de weitergebe und auch mehrmals wöchentlich bei Betrieben abhole, oder? Es ist mir sehr wichtig, auf diese Weise ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung zu setzen. Auch wenn das vielleicht nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein mag: Das, was wir abholen, wird schon nicht weggeworfen, sondern findet Abnehmer, die das Essen wertschätzen. Und wir machen Menschen auf das Thema Lebensmittelverschwendung aufmerksam. Jeden Tag.

Was mache ich mit unveganen Lebensmitteln, die ich rette?

Diese Frage höre ich immer wieder und ja – das ist eine Entscheidung, der sich jede*r vegane Lebensmittelretter*in stellen muss. Letztendlich bin ich ja vegan, weil ich selbst keine Nachfrage nach „Produkten“ schaffen möchte, für die Tiere ausgenutzt werden. Mit den geretteten Lebensmitteln schaffe ich aber keine Nachfrage. Im Gegenteil: Indem diese geretteten Lebensmittel konsumiert und nicht weggeworfen werden, wird dem Elend der Tiere nicht auch noch dadurch das i-Tüpfelchen aufgesetzt, dass die „Lebensmittel“, die daraus entstehen, nachher auf dem Müll landen.

Es gibt Veganer*innen, die gerettetes Essen auch dann verbrauchen, wenn es tierischen Ursprungs ist – eben aus dieser Argumentation heraus. Ich habe für mich die Entscheidung getroffen, dass ich tierische Produkte auch dann nicht konsumieren möchte. Ganz einfach, weil ich diese nicht mehr als Lebensmittel betrachte. Ich verschenke gerettete Milchprodukte, Eier und Fleisch/Wurstwaren daher an Leute, die auch sonst solche Lebensmittel kaufen. Denn der Liter Milch, den ich weitergebe, wird schon nicht im Geschäft gekauft. So reduziere ich durch das Retten und Weiterverschenken der Lebensmittel die Nachfrage nach Lebensmitteln, für die Tiere leiden. Womit das Lebensmittelretten doch auch wieder einen veganen Bezug bekommt.

Übrigens:

Auch die Tatsache, dass weltweit über 90 Prozent der Sojaernte und über 50 Prozent der Getreideernte als Tierfutter verwendet werden, ist schlicht Lebensmittelverschwendung. Denn die Kalorien aus diesen Pflanzen (für die in nicht unerheblichem Maße Anbaufläche verbraucht wird) finden sich nur zu einem Bruchteil in Fleisch, Milch und Eiern wieder (Quelle).

Eine (ehemals) überzeugte Nichtläuferin unterwegs zu ihrem ersten Halbmarathon – Teil 2

Teil 1 liegt schon sehr lange zurück – höchste Zeit für den zweiten Teil. Ich kann schon vorab verraten: Geradlinig war der Weg nicht. Und das Ziel steht noch aus. Vielleicht sollte ich den Titel auch ändern in „Eine, die immer wieder bei Null anfängt“.

Nachdem ich meine Mittelfußprellung im Sommer 2011 auskuriert hatte, konnte ich ziemlich bald wieder ins Laufen einsteigen. Ich lief regelmäßig meine fünf bis sechs Kilometer lange Runde. Es tat mir gut, war der ideale Ausgleich zum Bürojob plus Teilzeitstudium. Wettkämpfe oder Läufe waren zu der Zeit nicht in meinem Plan, das Laufen betrieb ich nur aus Spaß an der Bewegung.

Im Frühjahr 2012 lernte ich meinen jetzigen Mann kennen und mit ihm das Mountainbiken. Nach den ersten Testfahrten auf seinem Mountainbike war mir schnell klar: willichhaben. Ich war zwar schon seit langem überzeugte Radlerin, aber bis dahin eher so die „Von-A-nach-B-Fahrerin“. Wenn ich Sport treiben wollte, ging ich laufen. Nun zog aber im Sommer ein schickes Mountainbike bei mir ein, und es war die ideale Ergänzung zum Lauftraining.

(Leider hat es andersrum nicht so ganz geklappt. Mein Mann zeigte guten Willen und ging ein paar Runden mit mir laufen, aber es wurde nie seins. Also lief ich halt allein weiter. Bin eh nicht so die gesellige Läuferin.)

2012 blieb ich vom Verletzungspech verschont. Dafür hatte ich Zwangspause, als bei mir im Herbst ein unterirdischer Hämoglobinwert festgestellt wurde. (Keine Ahnung, wie ich damit noch Tage vorher laufen und die Berge hochradeln konnte!) Erst als die Werte wieder einigermaßen normal waren, konnte ich vorsichtig wieder anfangen und dann über den Winter und Frühling kontinuierlich laufen. Beim Firmenlauf im Mai 2013 lief ich 5,87 Kilometer in 30,06 Sekunden (und wurde von meiner Kollegin am nächsten Morgen mit „Na, du Rennsemmel?!“ begrüßt).

Im Juli 2013 zogen wir in eine größere Wohnung. Während des Umzugs blieb wenig Zeit und wenig Kraft fürs Laufen, so dass mein Training fast zwei Monate flach fiel. Aber da war doch noch was…? Richtig, Jakobuslauf, drei Jahre vorher der Auslöser für meine ersten Laufversuche. Nachdem ich jetzt schon zweimal hintereinander nicht teilnehmen konnte (2011 war ich verletzt, 2012 klappte es wegen irgendwelcher Terminprobleme nicht) wollte ich dieses Mal endlich dabei sein. Vor den zehn Kilometern hatte ich zwar Respekt, dachte mir aber, dass ich da schon irgendwie durchkomme. Kam ich auch – auch wenn es teilweise ziemlich hart war. Auf den letzten paar hundert Metern konnte ich auf der Kirchturmuhr erkennen, dass ich es noch unter einer Stunde schaffen konnte, wenn ich mich beeilte. Und ich beeilte mich! Irgendwo hatte ich noch ein paar Reserven, die es mir erlaubten, gefühlt über die Zielgerade zu fliegen. Im Vorbeigehen hörte ich ein Kind zu seinen Eltern sagen: „Die rennt ja noch richtig!“ Und ich schaffte es tatsächlich über die Ziellinie, während die Uhr dort (der Lauf ist ohne Einzelzeitnahme) auf 59 Minuten irgendwas stand.

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Doch, ich hab mich gefreut im Ziel. Echt jetzt.

Irgendwann in der Zeit nach dem Jakobuslauf kam die Idee mit dem Halbmarathon auf. Wenn ich schon, ohne groß drauf zu trainieren, einen Zehn-Kilometer-Lauf in weniger als einer Stunde schaffen konnte, dann sollte mit dem richtigen Training doch auch ein Halbmarathon klappen, oder? Ausgesucht habe ich mir letztendlich dann den Halbmarathon in Ingolstadt. Der sollte im April 2014 stattfinden, und Ingolstadt mag ich sowieso, seit dich dort studiert habe (und damals in meiner Studienzeit schon Zuschauerin beim ersten Halbmarathon war. Natürlich noch als überzeugte Nichtläuferin).

Ich suchte mir also irgendwo online einen Trainingsplan mit zugehöriger App und begann zu laufen. Viel zu schnell, wie ich jetzt im Nachhinein weiß. (Da mir das Laufen so viel Spaß macht, neige ich eigentlich *immer* dazu, zu schnell zu laufen. Wenn ich mal bewusst langsam laufen will und mich fühle wie eine Schnecke, ist die Pace nachher tatsächlich etwa 5 Sek./km langsamer. Eine meiner Baustellen, bis heute.)

Die App war jedenfalls begeistert von meinem Lauftempo und gab mir auch entsprechend schnelle Zeiten für die Trainingsläufe vor, mit denen ich mich komplett überlastete. Was sich schließlich rächte. Ich hatte – zuerst nur beim Laufen, später auch zunehmend ohne mich zu bewegen – Schmerzen in der rechten Leiste. Die ich erstmal ignorierte nach dem Motto: Ist von selbst gekommen, geht auch von selbst wieder. Ging es nicht. Irgendwann fand ich mich beim Orthopäden, später beim Physiotherapeuten wieder. Was für Schmerzen das genau waren, weiß ich bis heute nicht. Aber ausgelöst wurden sie – da bin ich mir ziemlich sicher – durch das zu intensive Training. Und weg gingen sie letztendlich mit Tapen und – ja – Trainingspause.

Meinen Halbmarathon sagte ich ab. Meine ersten fünf Kilometer lief ich wieder irgendwann im Sommer.

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Augsburger AlleyCat – Auxcat#2

Auxcat? AlleyCat? Gassenkatze? Nie gehört? Was soll das sein?

Lösung: eine Art Schnitzeljagd auf dem Rad. Durch die ganze Stadt. Entstanden sind die AlleyCats in den 1990er-Jahren in der Fahrradkurier-Szene. Sie sollen den Arbeitsalltag eines Fahrradkuriers mit seinen vielen unterschiedlichen Herausforderungen nachstellen und sind Wettbewerb darum, wer der*die Beste ist.

In Augsburg fand die erste AlleyCat im Juli 2016 statt. Jakob, der Initiator, war kurz zuvor in Nürnberg bei einer solchen Veranstaltung mitgefahren und war danach der Meinung, dass auch Augsburg so etwas braucht. Die Organisation nahm er selbst in die Hand, fand ein Team aus freiwilligen Helfern und bewarb das Event hauptsächlich auf Facebook und innerhalb der Fahrradszene. Mit Erfolg: 70 Teilnehmer waren dabei, und das Feedback war durchwegs positiv. Grund genug, für Oktober ein zweites Auxcat zu planen, in das die Erfahrungen des ersten mit einflossen und auch ein paar Neuerungen mit eingebaut wurden, unter anderem eine Story (siehe unten), die als Rahmen für die verschiedenen Aufgaben dient.

Mein Mann und ich hatten das Auxcat #1 im Juli leider verpasst, waren aber umso gespannter auf die zweite Veranstaltung, die am Samstag, 15. Oktober stattfinden sollte.

Kurz nach 16:00 Uhr finden wir uns mit unseren Rädern samt Beleuchtung, Stift und viel Vorfreude auf dem Elias-Holl-Platz ein, wo schon zahlreiche Fahrradfahrer versammelt sind. Viele kennen sich bereits von der ersten Veranstaltung oder von anderen Fahrradaktionen wie beispielsweise der Critical Mass. Dass die meisten Teilnehmer um einiges jünger sind als wir und wir demzufolge den Altersschnitt ganz schön nach oben schießen – geschenkt. Wir registrieren uns und bekommen unsere Spoke Cards.

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So viele Fahrräder🙂

Um Punkt 16:45 Uhr werden die „Manifeste“ verteilt – das heißt, sie werden in die Luft geworfen, und jeder darf sich eines fangen. Darauf finden wir die Aufgabenstellung und die einzelnen Aufgaben.

Die Geschichte zur Aufgabenstellung:

Die Organisation „Fahrradstopp“ ist ein Zusammenschluss von Personen, welche aus verschiedensten Gesellschaftsschichten kommen. Sie agieren verdeckt, geplant sowie äußerst professionell und haben ein gemeinsames Ziel. Sie möchten den Stopp der Fahrradnutzung in Augsburg.

Die „FRS“ versucht jegliche Fahrradaktionen zu sabotieren, so auch das Auxcat #II. Hierbei haben es die „besorgten Autofahrer“ geschafft, verschiedene Stationen in das Auxcat zu integrieren, um den Fahrern das Rennen zu erschweren.

Bis zum Start um 17:00 Uhr haben nun alle 15 Minuten Zeit, die Aufgaben und die Strecke zu planen.

Klar ist, dass niemals alle 18 Aufgaben auf dem Manifest zu schaffen sind. Das ist auch so gewollt, denn die Organisatoren haben sich bewusst dafür entschieden, eine Auswahl an Aufgaben zu stellen und ein Zeitlimit zu setzen, anstatt eine feste Anzahl an Aufgaben vorzugeben, bei denen am Ende der oder die Schnellste gewinnt. Letzteres hätte den Nachteil, dass viele erst dann ins Ziel kommen, wenn die Siegerehrung längst vorbei ist und das gemeinschaftliche Ankommen wie bei der ersten Variante entfällt. Außerdem kann sich aus der größeren Auswahl an Aufgaben jeder diejenigen aussuchen, die der Fahrraddisziplin und den Fähigkeiten entsprechen und vor allem Spaß machen.

Wir haben schon beim Durchlesen der Aufgaben Spaß, denn das Organisationsteam war sehr kreativ. Ein paar Beispiele aus dem Manifest:

  • An dem See bei der L’Osteria wird eine Fahrradkette zu finden sein. Bringe diese mit zum Ziel.
  • Die FRS sitzt am Basketballplatz im Sheridanpark und fordert euch zu einer Partie Uno heraus. Besiegt sie, um Punkte zu bekommen.
  • Am Abenteuerspielplatz in Pfersee hat die FRS eine Bikepolo-Station eingerichtet. Um hierfür Punkte zu bekommen, müsst ihr eine Geschicklichkeitsübung absolvieren.
  • Die FRS stiehlt die komplette weiße Farbe, um Fahrradwege aufzuzeichnen, aus Augsburg. Seid kreativ und besorgt eine Alternative!
  • Macht ein Selfie mit einem Ikea-Mitarbeiter.

Wir haben den großen Vorteil, mit dem Rad ortskundig zu sein und erst gar keine Karte zu brauchen. Wir entscheiden uns grob für sieben Aufgaben, die wir glauben innerhalb der vorgegebenen Zeit von 90 Minuten lösen zu können:

  1. Die FRS hat ein Fahrrad auseinander gebaut. Schnappt euch ein Teil und bringt es mit zum Ziel.
  2. Fahrt den Rosenauberg hinauf.
  3. Fotografiert ein gelbes Auto.
  4. Bringt einen Kieselstein vom Kuhsee mit ins Ziel.
  5. Bei der Kuka in Lechhausen gibt es einen Rundkurs, auf welchem ihr eure Sprintfähigkeiten unter Beweis stellen könnt.
  6. Bringt einen Granatapfel mit zum Ziel.
  7. Findet den Aussichtspunkt „Lueginsland“ und schießt ein Aussichtsfoto.

Punkt 17:00 Uhr dürfen wir zu unseren Rädern laufen und diese erstmal die Treppe hoch zum Rathausplatz tragen. Von dort aus geht es flott in Richtung Stadttheater (Aufgabe 1). Wir beide schaffen es tatsächlich, als erste dort zu sein. Jeder darf ein Los ziehen und sich das dazugehörige Fahrradteil nehmen. Was sind wir froh, dass wir zwei der kleinsten Teile erwischen – und nicht etwa die Federgabel oder den Rahmen!

Weiter gehts zur Rosenau (Aufgabe 2). Dort wird die Zeit gestoppt, die wir brauchten, um den Berg hochzuradeln. Wir schlagen uns gut und bekommen sogar die höhere Punktzahl. Spätestens jetzt ist mir warm. Gleich danach finden wir ein gelbes Auto (Aufgabe 3), und nach dem Foto dort ist das nächste Ziel der Kuhsee (Aufgabe 4).

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Dokumentiert: ein Original-Kieselstein vom Kuhsee.

Am Lech entlang radeln wir weiter nach Lechhausen. Grob weiß ich, wo Kuka bzw. der Neue Ostfriedhof (Aufgabe 5) ist – den Rundkurs werden wir dann schon finden. Hm. Dreimal radeln wir das ganze Gelände ab. Kein Rundkurs. Schade – dann radeln wir jetzt eben weiter und lassen die Aufgabe aus. Im letzten Moment entdecken wir doch noch den Rundkurs, und bevor wir es uns recht versehen, finden wir uns schon auf der Rennstrecke wieder. Ich verzögere etwas irritiert nochmals das Tempo, während mein Mann schon davonsprintet – den Rückstand hole ich auf der Runde auch nicht mehr auf. Gut, dass die schnellste Zeit zählt und nicht die langsamste. Wobei unsere Zeit am Ende immer noch zehn Sekunden langsamer ist als die Bestzeit. Respekt!

Leider haben wir mit unserer Suche sehr viel Zeit verloren, so dass wir die beiden letzten Aufgaben weglassen müssen, um noch einigermaßen rechtzeitig ans Ziel zu kommen. Jede Minute Verspätung würde uns ansonsten einen Punkt Abzug kosten – das wollen wir nicht riskieren. Also rein in die Stadt, rauf ins Domviertel – und zwei Minuten vor Schluss dann Ankunft am Grandhotel Cosmopolis. Eine Aufgabe können wir dort dann doch noch „erledigen“:

  • Macht ein Selfie mit einem anderen Alleycat-Teilnehmer, um eure Solidarität untereinander auszudrücken (erst ab der 30. Minute, nicht aus dem eigenen Team).

Im Anschluss an die Siegerehrung gab es noch eine Party u. a. mit Goldsprint und Trackstand Contest. Das alles haben wir zwar nicht mehr mitgenommen, dafür aber ganz viel gute Laune und Freude über ein toll organisiertes Event. Schön, dass es so etwas in Augsburg gibt – und auch im nächsten Jahr wieder geben wird!

Wer aktuelle Infos dazu möchte oder Fotos der bisherigen Events sehen will, schaut am besten auf der Facebook-Seite der Augsburger Gassenkatze vorbei. Hier gibt es auch ein schönes Video mit Eindrücken vom AuxCat.

Ein großes Dankeschön an alle, die dieses tolle Event organisiert haben, und vor allem an Jakob für die vielen Infos rund um die AlleyCat!

 

Baustelle: langsam laufen

Hallo! Ich heiße Elke, und ich habe ein Problem: Ich kann nicht langsam laufen. Okay, auch nicht so richtig schnell. Aber im Training laufe ich nicht so langsam wie ich sollte, sondern aus lauter Begeisterung schon mal knapp an meiner Wettkampfgeschwindigkeit (5 km: im Training 29:48, im Wettkampf 27:31). Und auch wenn ich mir explizit vornehme, heute gemütlich zu laufen, komme ich dann doch wieder mit einer 6:15er-Pace nach Hause.

Nun möchte ich aber nach meiner x-ten Verletzungspause nicht denselben Fehler zum dritten Mal machen, wieder zu schnell laufen und dann wieder verletzt und frustiert pausieren müssen. Letzte Woche habe ich mir aus der Bibliothek das Laufbuch von Steffny geholt und versuche nun, mich ans „vernünftige“ Training heranzutasten. Ich habe mir mal den Trainingsplan für 10 Kilometer in 54 Minuten vorgenommen. Und da ist in der ersten Woche ein „ruhiger Dauerlauf“ von 9 km in 60 Minuten vorgesehen. 6:40 min/km. Also wirklich langsam. Wie bekomme ich das hin?

Ich krame meine Laufuhr heraus. Die wollte ich eigentlich nicht mehr benutzen, um mich nicht unter Druck zu setzen. Aber in dem Fall ist es ja andersrum: Ich brauche die Uhr, um mich einzubremsen.

Ich starte die Uhr und laufe los. Der erste Kilometer zählt nicht, das ist der Hindernislauf, um aus unserem Viertel rauszukommen: Schulkinder, Baustellen, Fußgängerampeln. Als ich endlich auf einer einigermaßen ruhigen Strecke bin, geht es ausgerechnet bergab. Ich bremse, schaue auf die Laufuhr: zu schnell. Bremse weiter – Laufuhr sagt immer noch: zu schnell. Ich habe das Gefühl, das ständige Bremsen strengt mich mehr an als das schnellere Laufen. Vermisse den Schwung, den ich sonst aus jedem Schritt mitnehme.

Es fühlt sich an wie Zeitlupe. Aber interessanterweise komme ich doch gut voran, und bin früher als gedacht im Park, den ich als „Wendepunkt“ ausgesucht habe. Gerade jetzt kommt die Sonne raus.

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So mag sogar ich den Herbst.

Nachdem ich das Foto gemacht und das Handy wieder eingepackt habe, laufe ich weiter. Und auf einmal läufts. Auch mit weniger Tempo. Ich habe nicht mehr wie vorhin das Gefühl zu schleichen, sondern tatsächlich zu laufen. Und es fühlt sich gut an. Auf einmal verstehe ich, was mit diesen Aussagen wie „Du solltest dich noch unterhalten können“ gemeint ist. Nicht dass ich auf einmal das Bedürfnis hätte zu reden – das habe ich beim Laufen nie. Aber ich könnte, wenn ich wollte. Und ich habe das Gefühl, ich könnte in diesem Tempo noch sehr weit laufen, ohne irgendwie müde oder erschöpft zu sein.

Aber es sollen ja nur 9 Kilometer werden, also geht es schon wieder heimwärts. Ich habe sogar noch Reserven, um den kurzen Bergauf-Abschnitt kurz vor dem Ziel mit gleichbleibendem Tempo zu laufen. Und schaffe beinahe eine Punktlandung, sowohl was die Strecke als auch was die Zeit betrifft.

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Geht doch🙂

 

Fazit: Ich kann langsam laufen, wenn ich will. Und ich glaube, es kann sogar Spaß machen!

 

Tierschutzlauf Wien 2016

Ende September bis Anfang Oktober war unser Urlaub geplant: zuerst eine Woche Wachau, danach vier Tage Wien. Und zufällig hatte ich festgestellt, dass genau in dieser Zeit der Tierschutzlauf stattfinden würde. Mit fünf Kilometern auch genau die richtige Länge für mich, nachdem ich gerade erst wieder nach über einem Jahr Pause wieder mit dem Laufen angefangen hatte.

Am 2. Oktober 2016 war es dann soweit. Ganz ehrlich: Ich hatte darauf hingefiebert und war auch etwas nervös. Aber vor allem freute ich mich unglaublich darauf, endlich wieder an einem Lauf teilzunehmen.

Trainiert hatte ich in den zwei Wochen vorher nicht wirklich – es sei denn, Mountainbiken und lange Wanderungen zählen als Laufvorbereitung. Nicht wirklich, wenn man sich auf einer Über-20-Kilometer-Wanderung selbst so schrottet, dass man am Abend gar nichts mehr bewegen kann… Lag aber wohl vor allem an meinen uralten Wanderschuhen, denn die nächste Wanderung (in meinen heiligen Laufschuhen!) klappte deutlich besser.

Am Samstag kamen wir also in Wien an. Dass unser Hotel direkt am Prater liegt, wo auch der Lauf stattfand, hatten wir vorher schon festgestellt. Das schöne Wetter nutzten wir auch gleich für einen Spaziergang im Prater. Dabei konnten wir schon mal auskundschaften, wo Start und Ziel das Laufs am nächsten Tag liegen würden.

Am Sonntag bin ich dann schon entsprechend früh wach (hatte ich erwähnt, dass ich nervös war?). Kaffee gibt es im Hotel, danach schicke ich meinen Mann allein zum Frühstück ins Café, während ich zum Prater gehe und meine Startnummer abhole („Ich hol die so früh wie möglich ab, nicht dass da nachher die megalange Schlange ist.“). Tatsächlich ist dort gar keine Schlange, denn die Startnummernausgabe öffnet gerade erst. Dann zurück ins Hotel, eine Banane und einen Müsliriegel frühstücken, auf meinen Mann warten. Startnummer und Zeitnahmechip an mir befestigen, dann spazieren wir irgendwann gegen Mittag los und bekommen gerade so mit, wie die Teilnehmer*innen des Schüler*innenlaufs ins Ziel rennen.

Das Wetter ist ideal zum Laufen: Im Vergleich zum Vortag hat es deutlich abgekühlt, es ist bedeckt, aber nicht wirklich kalt. Ein Wetter also, das man beim Laufen nicht als Wetter wahrnimmt. Das einen einfach in Ruhe lässt. Wunderbar.

Wir bummeln etwas durch die Stände (Infostände von VGÖ und VGT, vegane Essensstände), und bald geht es dann auch schon zum gemeinsamen Warm-Up und danach direkt an die Startlinie. Ich reihe mich eher im hinteren Feld ein, da ich ohne irgendein Zeitziel laufen möchte, einfach nur aus Spaß – und weil ich so ein Event wie einen Tierschutzlauf gerne unterstütze, wenn ich schon vor Ort bin!

Los gehts. Ich habe meine bewährte Laufmusik auf den Ohren und finde so auch ziemlich schnell meinen Rhythmus. Merke, dass es gut läuft. Und genieße es einfach. Ziemlich bald sind wir auch schon am ersten Wendepunkt beim Lusthaus. Auf dem Rückweg noch ein kleiner Schlenker auf die Lusthausstraße, danach geht es relativ bald schon wieder zurück ins Ziel. Denke ich mir so. Der „kleine“ Schlenker entpuppt sich dann aber doch als länger als gedacht, und wieder zurück auf der Hauptallee ist das Ziel zwar in Sicht, aber noch nicht so wirklich nah. Es folgt der zähste Teil des Rennens: Gefühlt kommt das Ziel keinen Meter näher, dafür strengt es mich immer mehr an. Also: Laufen. Nicht aufs Ziel schauen. Immer nur die nächsten Schritte. Mist. Immer noch so weit. Du sollst nicht aufs Ziel schauen! Und so weiter…

Irgendwann kann ich dann doch sogar schon die große Uhr am Ziel sehen, und ich merke, dass ich es unter 30 Minuten schaffen kann (dass wir zwei Minuten später als angekündigt gestartet sind, weiß ich da noch nicht). Lege noch einen Zahn zu (keine Ahnung, woher diese Reserven immer kommen). Verliere einen Ohrstöpsel, aber „Egal, jetzt nichts wie ins Ziel!“ Höre den Moderator: „Gut eingeteilt!“ und renne über die Ziellinie. 00:27:31,8 und damit 7. von 31 in meiner Altersklasse – gar nicht mal so übel.

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Mein Mann wartet im Ziel, packt mich in die Jacke. Ich brauche erstmal was zu trinken. Und danach was zu essen. Wo gibt es schon sonst komplett vegane Zielverpflegung? Ich hol mir einen Apfel und ein paar Brote mit Wilmersburger. Damit reihe ich mich in die Schlange ein, um meinen Zeitnahmechip zurückzugeben und meine Medaille und mein „Finisher-Sackerl“ in Empfang zu nehmen. Zwischenzeitlich kommt vom Moderator die Ansage, das vegane Chili am Stand sei echt lecker, aber leider ausverkauft. Toll. Wir beschließen, erst aufs Zimmer zu gehen, damit ich duschen kann, und uns danach ein schönes veganes Plätzchen zu suchen.

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Das „Finisher-Sackerl“ mit Inhalt – eine wirklich tolle Mischung!

Das finden wir dann auch im I Love Veggie Burger (leider funktioniert der Link zum Restaurant aus irgendeinem Grund gerade nicht), wo es nicht nur wahnsinnig leckere vegane Burger gibt, sondern auch sensationelle Home Fries dazu. So gestärkt können wir sogar noch eine kleine Zu-Fuß-Sightseeing-Tour zur Hofburg, zur Oper und zum Stephansdom anhängen, bevor wir uns am Donaukanal entlang wieder auf den Heimweg ins Hotel machen.

Ein rundum toller Tag und vor allem eine super organisierte Laufveranstaltung! Es macht unheimlichen Spaß, zusammen mit Gleichgesinnten für eine gute Sache an den Start zu gehen. Wenn ich mal wieder zu der Zeit in Wien sein sollte, bin ich gerne wieder mit dabei!

 

Rezepte sind ja ganz schön…

… aber irgendwie bin ich mit meinen Blog als (fast) reinem Rezeptblog nicht mehr so glücklich. Das Datum des letzten Eintrags spricht für sich.

Wie also weiter?

Als ich den Blog vor nicht ganz drei Jahren – aus einer spontanen Idee heraus – eingerichtet habe, ging es mir erstmal gar nicht um Rezepte. Ich suchte vielmehr nach einer Möglichkeit, über meinen Alltag, mein veganes Leben zu schreiben. Über die Situationen, die es so mit sich bringt, seien sie schön oder auch mal problematisch. Und natürlich auch über den Sport, denn schon damals war ich eine begeisterte Läuferin, die sich auf ihren ersten Halbmarathon freute. Genau das brachte ich auch mit der Unterzeile „Gedanken rund um den veganen Alltag, ums Laufen und – natürlich – Rezepte“ zum Ausdruck.

Irgendwie nahmen aber die Rezepte immer mehr vom Blog ein. Wie das kam, kann ich auch nicht mehr wirklich sagen, bin ich doch eher eine pragmatische Köchin (Kühlschrank auf – kochen mit dem, was da ist) als eine kreative Küchenkünstlerin, die außergewöhnliche Gerichte zaubert und diese auch noch ansprechend anrichtet und fotografiert. Eine Zeitlang ging es gut mit den Rezepten – aber irgendwann gingen mir die Ideen und auch die Lust aus. Und mein Blog lag brach.

Das heißt nun nicht, dass mir die Gedanken ausgegangen wären. Obwohl ich nun schon seit bald vier Jahren vegan lebe, kommt es immer wieder zu Situationen, die einfach nur deshalb entstehen, weil ich vegan bin. Immer öfter sind das Dinge, die mich freuen, die ich so nicht erwartet hätte. Aber es gibt eben auch die immer gleichen größeren und kleinen Probleme, mit denen sich jede*r Veganer*in von Zeit zu Zeit konfrontiert sieht. Es gibt die aktuellen Themen, zu denen ich auch meine Meinung habe. Und es gibt immer noch den Sport und glücklicherweise auch wieder das Laufen, worüber ich gerne mehr schreiben möchte.

Damit habe ich schon ganz grob aufgezeichnet, wohin ich möchte mit meinem Blog. Das Schreiben fehlt mir in letzter Zeit, weil es für mich ein wichtiges Mittel ist, um meine Gedanken zu sortieren und auszudrücken. Ich freue mich darauf, wieder öfter hier zu sein und vielleicht für den*die ein oder andere*n unterhaltsamen und informativen Lesestoff zu liefern.

In diesem Sinne: Ich freue mich auf den Neustart! Seid ihr dabei?

 

Mohn-Marzipan-Blechkuchen

Mein Mann hatte Geburtstag. Und zum Geburtstag darf er sich einen Kuchen wünschen. Dieses Jahr sollte es etwas mit Mohn und Marzipan sein. Das kam mir sehr entgegen, denn wie man hier schon sieht, liebe ich diese Kombination. Ich finde, dass Mohn und Marzipan sich toll ergänzen.

Nach etwas Suchen und Überlegen kam ich zu dem Ergebnis, dass es ein Blechkuchen werden sollte: Hefeteig mit Klecksen aus mit Marzipan verfeinerter Mohnmasse und darauf (vegane) Butter-Cashewnüsse.

Das Ergebnis war ein sehr saftiger Kuchen, der den Geburtstag nicht lange überlebt hat. Wir konnten gerade noch zwei kleine Stücke für das Foto retten🙂

Mohn-Marzipan-Blechkuchen

 

Mohn-Marzipan-Blechkuchen (1/2 Blech, ca. 20 x 30 cm)

Für den Teig:
65 ml Sojadrink Vanille (oder andere Pflanzenmilch – dann noch etwas Vanillezucker zugeben)
1/2 Würfel (21 g) Hefe
250 g Mehl
50 g Zucker
65 ml Wasser
3 Esslöffel neutrales Öl
2 Esslöffel Sojajoghurt Natur
1 Prise Salz

Für die Mohnmasse:
125 g Mohn, gemahlen
175 ml Sojadrink Vanille
20 g Zucker
1 Esslöffel Amaretto
1/2 Teelöffel Zimt
10 g Semmelbrösel
50 g Marzipan-Rohmasse

Für Butter-Cashewnüsse:
50 g pflanzliche Margarine
25 g Zucker
50 g Cashewnüsse, gehackt
1 Messerspitze Vanillepulver

Für den Teig den Sojadrink leicht erwärmen. Hefe zerbröckeln und zusammen mit 1 Teelöffel Zucker in der Sojamilch auflösen. Mehl in eine Schüssel geben, eine Vertiefung in die Mitte drücken und die Hefe-Milch-Mischung hineingeben. Etwa 10 Minuten an einem warmen Ort stehen lassen, bis sich Bläschen bilden. Dann die restlichen Zutaten hinzufügen und alles zu einem glatten, eher weichen Teig verkneten. An einem warmen Ort zugedeckt etwa 30 Minuten gehen lassen.

In der Zwischenzeit die Mohnmasse zubereiten. Dafür den Sojadrink mit Zucker und Zimt in einem Topf verrühren und aufkochen lassen. Mohn und Semmelbrösel einrühren. Marzipan in kleine Würfel schneiden und unter die Mohnmasse rühren.

Backform oder Blech mit Backpapier auslegen. Teig darin verteilen – das geht am besten, wenn man etwas Mehl darauf streut und mit bemehlten Händen arbeitet. Zugedeckt nochmals etwa 20 Minuten gehen lassen.

Backofen vorheizen auf 175 °C (Ober-/Unterhitze).

Margarine in einer Pfanne schmelzen. Mit Zucker, Vanillepulver und Cashewnüssen mischen.

Mohnmasse mit einem Esslöffen auf dem Teig verteilen und leicht eindrücken. Butter-Nuss-Mischung auf dem Kuchen verteilen und alles im vorgeheizten Backofen ca. 35 Minuten backen.