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Augsburger AlleyCat – Auxcat#2

Auxcat? AlleyCat? Gassenkatze? Nie gehört? Was soll das sein?

Lösung: eine Art Schnitzeljagd auf dem Rad. Durch die ganze Stadt. Entstanden sind die AlleyCats in den 1990er-Jahren in der Fahrradkurier-Szene. Sie sollen den Arbeitsalltag eines Fahrradkuriers mit seinen vielen unterschiedlichen Herausforderungen nachstellen und sind Wettbewerb darum, wer der*die Beste ist.

In Augsburg fand die erste AlleyCat im Juli 2016 statt. Jakob, der Initiator, war kurz zuvor in Nürnberg bei einer solchen Veranstaltung mitgefahren und war danach der Meinung, dass auch Augsburg so etwas braucht. Die Organisation nahm er selbst in die Hand, fand ein Team aus freiwilligen Helfern und bewarb das Event hauptsächlich auf Facebook und innerhalb der Fahrradszene. Mit Erfolg: 70 Teilnehmer waren dabei, und das Feedback war durchwegs positiv. Grund genug, für Oktober ein zweites Auxcat zu planen, in das die Erfahrungen des ersten mit einflossen und auch ein paar Neuerungen mit eingebaut wurden, unter anderem eine Story (siehe unten), die als Rahmen für die verschiedenen Aufgaben dient.

Mein Mann und ich hatten das Auxcat #1 im Juli leider verpasst, waren aber umso gespannter auf die zweite Veranstaltung, die am Samstag, 15. Oktober stattfinden sollte.

Kurz nach 16:00 Uhr finden wir uns mit unseren Rädern samt Beleuchtung, Stift und viel Vorfreude auf dem Elias-Holl-Platz ein, wo schon zahlreiche Fahrradfahrer versammelt sind. Viele kennen sich bereits von der ersten Veranstaltung oder von anderen Fahrradaktionen wie beispielsweise der Critical Mass. Dass die meisten Teilnehmer um einiges jünger sind als wir und wir demzufolge den Altersschnitt ganz schön nach oben schießen – geschenkt. Wir registrieren uns und bekommen unsere Spoke Cards.

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So viele Fahrräder 🙂

Um Punkt 16:45 Uhr werden die „Manifeste“ verteilt – das heißt, sie werden in die Luft geworfen, und jeder darf sich eines fangen. Darauf finden wir die Aufgabenstellung und die einzelnen Aufgaben.

Die Geschichte zur Aufgabenstellung:

Die Organisation „Fahrradstopp“ ist ein Zusammenschluss von Personen, welche aus verschiedensten Gesellschaftsschichten kommen. Sie agieren verdeckt, geplant sowie äußerst professionell und haben ein gemeinsames Ziel. Sie möchten den Stopp der Fahrradnutzung in Augsburg.

Die „FRS“ versucht jegliche Fahrradaktionen zu sabotieren, so auch das Auxcat #II. Hierbei haben es die „besorgten Autofahrer“ geschafft, verschiedene Stationen in das Auxcat zu integrieren, um den Fahrern das Rennen zu erschweren.

Bis zum Start um 17:00 Uhr haben nun alle 15 Minuten Zeit, die Aufgaben und die Strecke zu planen.

Klar ist, dass niemals alle 18 Aufgaben auf dem Manifest zu schaffen sind. Das ist auch so gewollt, denn die Organisatoren haben sich bewusst dafür entschieden, eine Auswahl an Aufgaben zu stellen und ein Zeitlimit zu setzen, anstatt eine feste Anzahl an Aufgaben vorzugeben, bei denen am Ende der oder die Schnellste gewinnt. Letzteres hätte den Nachteil, dass viele erst dann ins Ziel kommen, wenn die Siegerehrung längst vorbei ist und das gemeinschaftliche Ankommen wie bei der ersten Variante entfällt. Außerdem kann sich aus der größeren Auswahl an Aufgaben jeder diejenigen aussuchen, die der Fahrraddisziplin und den Fähigkeiten entsprechen und vor allem Spaß machen.

Wir haben schon beim Durchlesen der Aufgaben Spaß, denn das Organisationsteam war sehr kreativ. Ein paar Beispiele aus dem Manifest:

  • An dem See bei der L’Osteria wird eine Fahrradkette zu finden sein. Bringe diese mit zum Ziel.
  • Die FRS sitzt am Basketballplatz im Sheridanpark und fordert euch zu einer Partie Uno heraus. Besiegt sie, um Punkte zu bekommen.
  • Am Abenteuerspielplatz in Pfersee hat die FRS eine Bikepolo-Station eingerichtet. Um hierfür Punkte zu bekommen, müsst ihr eine Geschicklichkeitsübung absolvieren.
  • Die FRS stiehlt die komplette weiße Farbe, um Fahrradwege aufzuzeichnen, aus Augsburg. Seid kreativ und besorgt eine Alternative!
  • Macht ein Selfie mit einem Ikea-Mitarbeiter.

Wir haben den großen Vorteil, mit dem Rad ortskundig zu sein und erst gar keine Karte zu brauchen. Wir entscheiden uns grob für sieben Aufgaben, die wir glauben innerhalb der vorgegebenen Zeit von 90 Minuten lösen zu können:

  1. Die FRS hat ein Fahrrad auseinander gebaut. Schnappt euch ein Teil und bringt es mit zum Ziel.
  2. Fahrt den Rosenauberg hinauf.
  3. Fotografiert ein gelbes Auto.
  4. Bringt einen Kieselstein vom Kuhsee mit ins Ziel.
  5. Bei der Kuka in Lechhausen gibt es einen Rundkurs, auf welchem ihr eure Sprintfähigkeiten unter Beweis stellen könnt.
  6. Bringt einen Granatapfel mit zum Ziel.
  7. Findet den Aussichtspunkt „Lueginsland“ und schießt ein Aussichtsfoto.

Punkt 17:00 Uhr dürfen wir zu unseren Rädern laufen und diese erstmal die Treppe hoch zum Rathausplatz tragen. Von dort aus geht es flott in Richtung Stadttheater (Aufgabe 1). Wir beide schaffen es tatsächlich, als erste dort zu sein. Jeder darf ein Los ziehen und sich das dazugehörige Fahrradteil nehmen. Was sind wir froh, dass wir zwei der kleinsten Teile erwischen – und nicht etwa die Federgabel oder den Rahmen!

Weiter gehts zur Rosenau (Aufgabe 2). Dort wird die Zeit gestoppt, die wir brauchten, um den Berg hochzuradeln. Wir schlagen uns gut und bekommen sogar die höhere Punktzahl. Spätestens jetzt ist mir warm. Gleich danach finden wir ein gelbes Auto (Aufgabe 3), und nach dem Foto dort ist das nächste Ziel der Kuhsee (Aufgabe 4).

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Dokumentiert: ein Original-Kieselstein vom Kuhsee.

Am Lech entlang radeln wir weiter nach Lechhausen. Grob weiß ich, wo Kuka bzw. der Neue Ostfriedhof (Aufgabe 5) ist – den Rundkurs werden wir dann schon finden. Hm. Dreimal radeln wir das ganze Gelände ab. Kein Rundkurs. Schade – dann radeln wir jetzt eben weiter und lassen die Aufgabe aus. Im letzten Moment entdecken wir doch noch den Rundkurs, und bevor wir es uns recht versehen, finden wir uns schon auf der Rennstrecke wieder. Ich verzögere etwas irritiert nochmals das Tempo, während mein Mann schon davonsprintet – den Rückstand hole ich auf der Runde auch nicht mehr auf. Gut, dass die schnellste Zeit zählt und nicht die langsamste. Wobei unsere Zeit am Ende immer noch zehn Sekunden langsamer ist als die Bestzeit. Respekt!

Leider haben wir mit unserer Suche sehr viel Zeit verloren, so dass wir die beiden letzten Aufgaben weglassen müssen, um noch einigermaßen rechtzeitig ans Ziel zu kommen. Jede Minute Verspätung würde uns ansonsten einen Punkt Abzug kosten – das wollen wir nicht riskieren. Also rein in die Stadt, rauf ins Domviertel – und zwei Minuten vor Schluss dann Ankunft am Grandhotel Cosmopolis. Eine Aufgabe können wir dort dann doch noch „erledigen“:

  • Macht ein Selfie mit einem anderen Alleycat-Teilnehmer, um eure Solidarität untereinander auszudrücken (erst ab der 30. Minute, nicht aus dem eigenen Team).

Im Anschluss an die Siegerehrung gab es noch eine Party u. a. mit Goldsprint und Trackstand Contest. Das alles haben wir zwar nicht mehr mitgenommen, dafür aber ganz viel gute Laune und Freude über ein toll organisiertes Event. Schön, dass es so etwas in Augsburg gibt – und auch im nächsten Jahr wieder geben wird!

Wer aktuelle Infos dazu möchte oder Fotos der bisherigen Events sehen will, schaut am besten auf der Facebook-Seite der Augsburger Gassenkatze vorbei. Hier gibt es auch ein schönes Video mit Eindrücken vom AuxCat.

Ein großes Dankeschön an alle, die dieses tolle Event organisiert haben, und vor allem an Jakob für die vielen Infos rund um die AlleyCat!

 

Restaurant Nifo in Augsburg

Seit April 2013 gibt es in Augsburg – an der Stelle des früheren Kinos und späteren Restaurants und Cafés Emelka – das Thai-Restaurant Nifo . In der Speisekarte ist vermerkt, dass viele Gerichte auf Wunsch auch vegetarisch und vegan zubereitet werden können. Grund genug, das zu testen!

Beim Betreten des Restaurants fällt als Erstes die Einrichtung auf: asiatisch, aber nicht überladen oder kitschig. Die Tische sind an den Wänden rund um ein Podest in der Mitte angeordnet, die Dekoration erinnert teilweise an eine Pagode.

Restaurant Nifo - Inneneinrichtung. Quelle: http://augsburg.nifo.de

Restaurant Nifo – Inneneinrichtung. Quelle: http://augsburg.nifo.de

Restaurant Nifo - Inneneinrichtung. Quelle: http://augsburg.nifo.de

Restaurant Nifo – Inneneinrichtung. Quelle: http://augsburg.nifo.de

Da es ein Dienstagabend war, waren nur drei Tische belegt, und wir hatten die freie Auswahl, wo wir sitzen wollten. Wir entschieden uns für einen Tisch auf dem Podest, wo wir einen schönen Überblick über das Restaurant hatten. Am Wochenende sollte man allerdings unbedingt reservieren, denn dann ist laut Aussage des Personals deutlich mehr los.

Beim Bestellen erkundigte ich mich nach Gerichten, die vegan zubereitet werden können, und es stellte sich heraus, dass dies fast alle Gerichte auf der Karte sind – also nicht nur die vegetarischen, sondern auch die Gerichte, die im Original Fleisch enthalten. Somit hatte ich schlagartig über zehn Gerichte zur Auswahl – so etwas erlebt man als VeganerIn eher selten, wenn man nicht gerade ein vegetarisch-veganes Restaurant aufsucht 🙂

Ich entschied mich für Gäng Phet Gai – Tofu mit Gemüse in Rotem Curry, leicht scharf – und wartete gespannt auf das Essen. Das kam sehr schnell – und sah schon mal sehr schön aus, so wie es angerichtet war. Und es schmeckte mindestens genauso lecker, wie es aussah: viel frisches Gemüse, frisch zubereitet und genau so gebraten, dass es noch schön Biss hat und schmeckt. Auch der Tofu war gut zubereitet und passte toll zum Curry. Alles gewürzt mit einer feinen Schärfe (die ich als genau richtig empfand) und Zitronengras, das den passenden frischen Akzent dazu setzte. Dazu gab es Basmatireis.

Hervorzuheben ist unbedingt der sehr freundliche Service. Auf meine Nachfrage nach veganen Gerichten erzählte er uns begeistert, dass sie da viel experimentiert hätten, weil viele Gerichte im Original Fischsoße enthalten, und dass die veganen Rezepte dann häufig eine andere Art der Zubereitung brauchen, damit sie genauso gut schmecken.

An Werktagen wird mittags ein Büffet angeboten, das auch immer zwei vegetarische Gerichte – davon häufig auch eines vegan – beinhaltet. Wer sichergehen möchte, kann vorher anrufen, dann wird das Büffet so geplant, dass auf alle Fälle etwas veganes dabei ist.

Fazit: Das war nicht unser letzter Besuch dort! Bei so viel Auswahl sind da noch einige Gerichte zu probieren. Außerdem ist es eine tolle Sache, dass das Restaurant so auf vegane Essenswünsche eingeht, was unbedingt auch mit entsprechender Nachfrage honoriert werden sollte