Kirschrollen

Dieser Kuchen gehört zu meinen liebsten Kindheits-Kuchen-Erinnerungen. Die Füllung ist in etwa die, die auch in eine Schwarzwälder Kirschtorte kommt. Und seien wir doch mal ehrlich – diese Füllung ist das eigentlich Leckere an der Torte. Das ganze andere Drumherum – Tortenboden und Sahne – fand ich als Kind eher langweilig. Meine Mutter jedenfalls hatte früher jedes Mal, wenn sie Schwarzwälder Kirschtorte gebacken hat, ihre liebe Not damit zu verhindern, dass wir Kinder vorher schon die ganze Kirschfüllung wegnaschen.

Wahrscheinlich hat sie uns aus diesem Grund von Zeit zu Zeit diese Kirschrollen gebacken. Die bestehen nämlich fast nur aus dieser Füllung, eingerollt in einen Teig, der nicht allzu sehr von den Kirschen ablenkt.

Selbst hatte ich sie noch nie gebacken und wusste nur, dass der Teig mit Quark hergestellt wird, wodurch er einen leicht frischen, säuerlichen Geschmack bekommt. Es ist aber auch kein gewöhnlicher Quark-Öl-Teig, denn er hat eine festere Konsistenz, so dass man ihn aus- und zusammenrollen kann. Bei der Internetsuche nach dem Rezept stellte ich fest, dass es wohl nicht sehr weit verbreitet ist. Lediglich auf koelln.de fand ich etwas Vergleichbares, das ich dann als Basis für mein Rezept verwendet habe.

Kirschrolle

Kirschrollen (2 Rollen)

Füllung
1 kg Sauerkirschen
125 g Zucker
50 g Speisestärke

Die Kirschen (ich habe tiefgekühlte verwendet – im Sommer gehen natürlich auch frische) auftauen lassen (oder entsteinen), mit dem Zucker mischen und etwas stehen lassen. Den Saft abgießen und 250 ml davon in einen Topf geben (falls nötig, mit Wasser strecken). Die Speisestärke mit etwas Saft oder kaltem Wasser glattrühren.

Kirschen mit Saft zum Kochen bringen, von der Platte nehmen, die aufgelöste Speisestärke dazugeben und unterrühren. Nochmals aufkochen, bis die Masse andickt. Beiseite stellen und abkühlen lassen.

Teig
1 Esslöffel Sojamehl + 3 Esslöffel Wasser
300 g Mehl
1 Päckchen Backpulver
75 g Zucker
1/2 Teelöffel gemahlene Vanille
1 Prise Salz
100 g pflanzliche Margarine
125 g Seidentofu

etwas Sojamilch zum Bestreichen
eventuell Hagelzucker oder gehackte Mandeln zum Bestreuen

Sojamehl und Wasser in einer Tasse verrühren.

In einer Schüssel die trockenen Zutaten mischen, dann die Sojamehl-Mischung, Margarine und Seidentofu zufügen und alles zu einem glatten Teig verkneten. Den Teig in zwei Teile teilen und jeweils zu einem Rechteck von etwa 25 x 35 cm ausrollen. Aufpassen, dass der Teig dabei nicht an der Arbeitsfläche festklebt – lieber einmal öfter nochmals Mehl darunter streuen.

Ein Backblech mit Backpapier auslegen; Backofen vorheizen auf 200 °C Ober-/Unterhitze.

Die abgekühlte Kirschmasse jeweils zur Hälfte als Streifen in die Mitte der Teigrechtecke geben. Die Breite des Streifens sollte gut ein Drittel der Teigbreite sein. Den Teig auf beiden Seiten von der langen Seite her über die Kirschmasse schlagen.

Dann kommt der knifflige Teil: Die Rolle muss aufs Backblech – und zwar so, dass die übereinandergeschlagenen Seiten unten sind. Am besten verwendet man dafür etwas sehr flaches, breites; bei mir hat es mit einem Platzuntersetzer aus Kunststoff gut geklappt. Dazu schiebt man die Rolle – noch ohne sie umzudrehen – mit einer Teigkarte vorsichtig auf den Untersetzer und kippt sie dann von dort aus auf das Backblech.

Am Ende die Rollen etwas Sojamilch bestreichen und nach Belieben mit Hagelzucker oder gehackten Mandeln bestreuen. An der Oberseite im Abstand von etwa 4 cm mit einem Messer etwas einschneiden. Etwa 30 Minuten backen und vor dem Anschneiden etwas auskühlen lassen, damit die Kirschfüllung fest wird.

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Ein Gedanke zu „Kirschrollen

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